5 Ratschläge, die ich meinem jüngeren Ich geben würde
- Monika Hofmann
- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit
Wenn ich meinem jüngeren Ich heute begegnen könnte, würde ich mich wahrscheinlich einfach kurz neben sie setzen.
Mit einem warmen Kaffee in der Hand.
Mit mehr Narben als damals.
Mit mehr Fragen, die nicht beantwortet wurden.
Mit mehr Falten im Gesicht.
Mit einem Herz, dass schon vieles erdulden musste.
Mit Müdigkeit aber viel Hoffnung.
Aber auch mit mehr Frieden. Mehr Ruhe. Vielleicht mit mehr Weisheit.
Ich würde ihr nicht erzählen, dass alles leicht wird.
Das wäre eine Lüge..
Aber ich würde ihr fünf Dinge sagen, die ich früher unbedingt hätte hören müssen.
Vielleicht brauchst du sie heute auch.

1. Du musst nicht alles alleine tragen.
Liebe jüngere Version von mir…
Ich weiß, wie sehr du versuchst, stark zu sein.
Du glaubst, Stärke bedeutet: durchhalten, funktionieren, niemandem zur Last fallen.
Aber hör zu, das ist nicht die Wahrheit.
Nicht alles muss auf deinen Schultern liegen.
Du darfst müde sein.
Du darfst Hilfe brauchen.
Du darfst ehrlich sagen: „Ich kann gerade nicht mehr.“
Das ist kein Versagen.
Das ist Menschsein.
Und weißt du, was du noch lernen wirst?
Jesus hat nie verlangt, dass du dich selbst rettest.
Er lädt Beladene ein.
Verwundete.
Erschöpfte.
Menschen mit zitternden Knien und offenen Fragen.
"Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken." Matthäus 11,28
2. Nicht jeder Verlust ist das Ende deiner Geschichte.
Es werden Dinge zerbrechen.
Pläne.
Freundschaften.
Erwartungen.
Träume. Visionen.
Manches wird ganz anders laufen, als du es dir ausgemalt hast.
Und ja — manches wird dir das Herz brechen.
Aber bitte glaube mir:
Ein zerbrochener Traum ist nicht automatisch ein zerstörtes Leben.
Manche Türen schließen sich nicht, um dich zu bestrafen.
Manche Türen schließen sich, weil Gott dich schützt.
Du wirst später erkennen, dass einige Abschiede Platz geschaffen haben für Dinge, die du damals noch nicht sehen konntest.
Nicht jeder Verlust nimmt dir Zukunft.
Manche Verluste führen dich erst dorthin.
3. Hör auf, allen gefallen zu wollen.
Das wird dich erschöpfen, enttäuschen, resignieren.
Mehr, als du denkst.
Du wirst versuchen, es allen recht zu machen.
Dich erklären.
Dich anpassen.
Dich kleiner machen, damit andere sich wohler fühlen.
Aber hier kommt eine Wahrheit, die befreiend und unbequem zugleich ist:
Du wirst nie jeden Menschen glücklich machen können.
Und das ist okay.
Du darfst freundlich sein — ohne dich selbst zu verlieren.
Du darfst Grenzen setzen.
Du darfst Nein sagen.
Du musst nicht überall dazugehören.
Sogar Jesus wurde missverstanden.
Warum glaubst du, du müsstest es verhindern?
4. Heilung ist selten geradlinig.
Du wirst glauben, du müsstest längst weiter sein.
Weiter im Glauben.
Weiter im Leben.
Weiter im Heilen.
Aber Heilung verläuft selten wie eine saubere Gerade.
Eher wie ein Weg mit Schleifen, Umwegen, kleinen Rückschritten und überraschenden Sonnenaufgängen.
Manchmal kommt alter Schmerz zurück.
Nicht, weil du versagt hast.
Sondern weil Heilung Tiefe hat.
Hab Geduld mit deinem Prozess.
Gott arbeitet oft stiller, als wir erwarten.
Aber still bedeutet nicht: abwesend.
5. Jesus bleibt — auch an den Tagen, an denen du nichts fühlst.
Das hier ist vielleicht das Wichtigste.
Es werden Zeiten kommen, in denen dein Glaube sich nicht wie Feuer anfühlt.
Eher wie eine kleine Kerze im Wind.
Du wirst beten und wenig spüren.
Die Bibel lesen und dich leer fühlen.
Fragen haben.
Zweifeln.
Ringen.
Und dennoch bleibt etwas wahr:
Jesus hängt nicht von deiner Gefühlslage ab.
Seine Treue schwankt nicht mit deiner Stimmung.
Er bleibt.
An stillen Tagen.
In dunklen Nächten.
In Überforderung.
Im Warten.
Im Chaos.
Auch dann, wenn du denkst, du würdest gerade den Boden verlieren.
Vielleicht trägt er dich genau in den Momenten, in denen du glaubst, du müsstest alleine laufen.
Zum Schluss …
Wenn ich meinem jüngeren Ich heute wirklich begegnen könnte, würde ich wahrscheinlich nicht zuerst reden.
Ich würde sie einfach kurz in den Arm nehmen.
Und ihr leise sagen:
Du wirst Fehler machen.
Du wirst stolpern.
Du wirst fallen.
Du wirst wieder aufstehen und deine Krone richten.
Du wirst wieder neu anfangen.
Und du wirst lernen.
Und mitten in allem wird Gottes Gnade größer sein als deine Angst.
Vielleicht brauchst du diesen Satz heute selbst:
Du bist noch unterwegs.
Und das ist okay.
Schreibimpuls für dich:
Wenn du deinem jüngeren Ich heute einen Brief schreiben würdest – womit würde er beginnen?
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